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Sex (and Genders) in the City - (De!-)Konstruktionen von Geschlecht im öffentlichen urbanen Raum

erstellt von Nicole Pruckermayr zuletzt verändert: 17.06.2016 22:06

Lehrveranstaltung geleitet von Daniela Jauk und Nicole Pruckermayr, 2016

Institut für Kunst und Architektur an der Akademie der bildenden Künste Wien.


Seestadt Aspern. Ein Teil der Seestadt ist bereits gebaut. Alles ist im Entstehen und alles ist neu.
In den Monaten März bis Mai 2016 sind die Zeichen und Botschaften dieser neuen, sich entwickelnden Stadt intensiv von uns befragt worden: Der öffentliche urbane Raum ist zutiefst vergeschlechtlicht. Un/Sichtbarmachung von Frauengeschichte drückt sich unter anderem in Männern gewidmeten Monumenten, namenlosen nackten Frauenskulpturen, aber auch in sexistischen Bildern der Werbung oder in von Männern geordnetem Stadtraum aus. Straßennamen, Verkehrszeichen und öffentliche Zeichen von geschlechtlicher Diversität sind ein Hinweis darauf, wie gleichberechtigt Stadtraum gesehen wird. Durch die Entscheidung, nahezu alle Straßen in der Seestadt nach Frauen zu benennen, konnte der Anteil von Frauennamen in der Stadt Wien von 5 auf 7% hinaufschnellen.
Welche Identitätsstrategien treffen nun in der Seestadt tatsächlich aufeinander, welche Chancen und Stolpersteine tun sich hier neu auf und wie und worauf können künstlerische Arbeiten in der Seestadt Bezug nehmen? Das waren die Fragen, die sich in einer interdisziplinär angelegten Lehrveranstaltung (Soziologie, gender studies, Architektur und Kunst im öffentlichen Raum) stellten.

Innerhalb von künstlerischen Kurzzeitinterventionen und Performances haben sich die Studierenden mit geschlechtlicher Dichotomie und deren Dekonstruktion an der urbanen Oberfläche der Seestadt beschäftigt.

Sieglinde Stockner geht von einer egalitären Gesellschaft aus, welcher jeder Person Zugang zu einem Ort der Besinnung ermöglicht. Diesen Ort lässt sie uns gedanklich im Zuge einer Meditationsperformance am Hannah-Arendt-Park entwickeln.

Sieglinde Stockner Foto: Renate Kordon

Katarina McPherson Rawlins schafft eine Arbeit für Que[e]rbau, einem queeren Stadthaus, welches gerade in der Seestadt als Baugruppe umgesetzt wird. Das Bild ist maßgeschneidert auf den zukünftigen Gemeinschaftsraum, ein Einstandsgeschenk und auch Ausdruck der Achtung vor der Entwicklung gendergerechten Wohnbaus.

Katarina McPherson Rawlins Foto: Renate Kordon

Manuel Murel hat mit seinen beiden hybriden Wesen, Collagen aus menschlichen Körpern und architektonischen Elementen in Folie neue Wesen erschaffen, die den Stadtraum als Zeichen des Aufbruchs bewohnen.

Manuel Murel Foto: Manuel Murel

Linda Lackner beschäftigt sich in ihrer intermittierenden Arbeit mit wiederkehrenden reaktionären Mustern österreichischer Politiker, die sich gegen eine pluralistische Gesellschaft aber auch gegen Frauen und ihre Bedürfnisse und erkämpften Freiheiten richten.

Linda Lackner Foto: Renate Kordon

Arianna Mondin schafft eine Zone des Discomforts. Ihr geht es um die Verbiegungen und Balanceakte, die notwendig sind um Alltag bewältigen zu können.

Arianna Mondin Foto: Arianna Mondin

Lisa Großkopf beschäftigt sich mit Hannah Arendt, der Namensgeberin des zentralen Platzes. Hier ist das Arendt-Zitat „Niemand hat das Recht zu gehorchen“ zu finden.
Für Großkopf nun erzeugt die Vordefinition des gestalteten Parks ein gegensätzliches Erleben. Gerade hier, wo niemand das Recht hat zu gehorchen, ist jede Person *gefühlt* dazu angehalten die Geräte und Wege genau so zu benutzen, wie sie vorgesehen sind.„Hier darfst du entspannen“, steht auf ihrem Untertitel zur Bodenmarkierung rund um die Hängematte.

Lisa Großkopf Foto: Renate Kordon

Tanja und Natascha Peinsipp lassen Janis Joplin aufleben und arbeiten damit gegen kontraproduktive Willkür. Obwohl die Seestadt eine Janis Joplin Promenade besitzt, weiß niemand, welchen Konnex sie zu Wien hat. Wenig aufdringlich kreuzt Janis immer wieder unseren Weg. So bekommt Aspern am Freitag Mittag doch noch einen Zusammenhang und einen extravaganten Touch.

Tanja und Natascha Peinsipp Foto: Renate Kordon

Zu diesem Projekt erscheint auch ein umfangreicherer Text, der demnächst im Magazin fiber. werkstoff für feminismus und popkultur veröffentlicht wird.

Beteiligte: Lisa Großkopf, Linda Lackner, Arianna Mondin, Manuel Murel, Natascha Peinsipp, Tanja Peinsipp, Katarina McPherson Rawlins, Sieglinde Stockner

Daniela Jauk ist Soziologin, derzeit an der Uni Graz beschäftigt. Sie lehrt an mehreren österr. Universitäten in den Bereichen Soziologie, gender studies, und qualitative Forschungsmethoden. Mehr Info und Publikationen: http://www.danielajauk.com
Nicole Pruckermayr, mit Raum, Technologie, Menschen und dem menschlichen Körper denkende und arbeitende freischaffende Künstlerin. 2004 bis 2012 Universitätsassistentin am Institut für Zeitgenössische Kunst/TU Graz.

Stattgefunden hat die Tour durch die Seestadt Aspern am Freitag, 20.Mai von 11:00 Uhr bis 13:00 Uhr, entwickelt wurden die Arbeiten im Rahmen der Lehrveranstaltung *Sex (and Genders) in the City -(De!-) Konstruktionen von Geschlecht im öffentlichen urbanen Raum* am Institut für Kunst und Architektur an der Akademie der bildenden Künste Wien. Organisiert und begleitet von den Autorinnen.
Vielen Dank an: AG Gender Studies der Akademie der bildenden Künste Wien, Que[e]rbau, Stadtteilmanagement Seestadt Aspern, und Renate Kordon.

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